Warme und kalte Farben in Wohnung und Zimmern richtig einsetzen
Alle paar Jahre müssen die Räume eines Hauses oder einer Wohnung neu gestrichen werden. Wenn Sie sich ans Streichen machen, streichen Sie am besten gleich alle Räume. Beim Streichen der einzelnen Räume sollten Sie besonders auf die Wahl der Farben achten. Farben in der Wohnung sind nämlich mächtig und beeinflussen, wie Sie sich fühlen und welche Stimmung Sie haben. Denken Sie daran und wählen Sie sie sehr sorgfältig aus. Wie das geht, erfahren Sie im heutigen Artikel.
Die Farbpalette im Innenraum lässt sich grob in zwei Farbgruppen einteilen, und diese sind ziemlich eindeutig. Rot, Gelb, Orange sowie Beige oder Creme sind warme Farben. Blau, Grün und Grau sind kalte Farben. Wenn Sie sich den Farbkreis ansehen (an den Sie sich vielleicht noch aus der Grundschule erinnern), liegen die warmen Farben auf der einen Seite des Kreises und die kalten auf der anderen.
Dort, wo sie aufeinandertreffen, vermischen sie sich und bilden eine Art Mischfarben. Solche Mischfarben sind Grün und Violett, die je nach Mischung wärmer oder kühler wirken können. Limettengrün enthält zum Beispiel viel Gelb und ist warm, während Kellygrün mehr Blau enthält und kühl ist.

Warme Farben und Ihre Wohnung
Warme Farben wärmen und regen an. Dazu gehören vor allem Rottöne, Gelbtöne sowie Orange oder Creme. Da sie anregend wirken, eignen sie sich vor allem für Räume, in denen das gefragt ist. Ideal ist es daher, wenn Sie zum Beispiel Arbeitszimmer, die Küche oder ähnliche Räume im Haus in warmen Farben streichen.
Erwähnenswert ist auch, dass fröhliche Farben in Form warmer Töne anregend wirken, Freude auslösen und zudem optimistisch stimmen. Auch deshalb sollten Sie keine Scheu haben, warme Farben zum Beispiel in Wohnzimmern einzusetzen.

Rot, Orange, Gelb und alle Weißtöne, die in diese Richtung tendieren, haben die Eigenschaften warmer Farben, denn sie sind heiß und sprechen unsere Gefühle an, die sich nach Wärme sehnen. Deshalb passen sie gut in Gemeinschaftsräume. Das ist auch der Grund, warum Rot in unserer westlichen Konsumgesellschaft die erfolgreichste Farbe ist und bei Marken wie Coca-Cola, Ferrari und Tesla vorkommt. Wo begegnen Ihnen warme Farben sonst noch? In Fast-Food-Restaurants und bei Baseballteams mit feurigen Figuren wie den Boston Red Sox oder in Tschechien bei den legendären Vereinen Sparta und Slavia.
Warme Farben eignen sich daher am besten für die Gemeinschaftsräume Ihres Hauses wie Wohnzimmer, Esszimmer und Küche. Sie regen an und fördern ein herzliches, geselliges Miteinander.
Kalte Farben und wie Sie sie einsetzen
Kalte Farben wirken dagegen eher beruhigend und rufen (leider) ein Gefühl von Kälte hervor. Ihr größter Vorteil ist, dass sie die Konzentration fördern. Sie eignen sich für Räume, die der Ruhe und Entspannung dienen. Setzen Sie sie im Schlafzimmer ein, in Kinderzimmern, aber auch in Bädern oder ähnlichen Räumen im Haus. Außerdem sorgen sie in nach Süden oder Westen ausgerichteten Räumen für eine kühlere Wirkung.
Der blaue Teil des Spektrums sowie kühle Braun- und Grautöne und kühles Weiß haben alle die Eigenschaften kalter Farben, denn sie beruhigen unsere Gefühle und bündeln unsere Gedanken. Während sich unser Herz nach Wärme sehnen mag, braucht unser Kopf Kühle, um möglichst gut arbeiten zu können. Deshalb sind kühle Blautöne in der Geschäftswelt am beliebtesten und prägen so nüchterne Größen wie IBM, General Motors und JP Morgan Chase. Sie stehen für Stabilität und Ruhe. Wo begegnen Ihnen diese Farben sonst noch? Bei Herren-Businessanzügen und -hemden sowie bei Polizeiuniformen.
Neutrale Farben
Neutrale Brauntöne sind sehr flexible Mischungen, in denen keine ausgeprägte Farbe erkennbar ist und die in vielen Situationen gut funktionieren. Da alle Farben dazu neigen, Braun zu ergeben, umfassen die neutralen Farben eine schwindelerregend große Bandbreite dieses Farbtons, von Rotbraun und Milchschokolade über kühleres Taupe und Steinfarben bis hin zu hellbeigen Weißtönen.
Neutrale Farben sind für sich genommen selten aufregend, wirken aber sehr spannend und raffiniert, wenn man sie miteinander und mit einer Hauptfarbe in der Mitte kombiniert. Ich empfehle Ihnen, eine breite Palette neutraler Farben lieben zu lernen und sie in jedem Raum großzügig als Basis neben Ihrer Lieblingsfarbe einzusetzen.

Trauen Sie sich an Streifen
Farben in der Wohnung können einen Raum auch optisch verkleinern oder vergrößern. Wählen Sie für kleine oder schlecht beleuchtete Räume deshalb sehr helle Töne. Ideal sind Elfenbein, Creme, Vanille und Mint. Auch mit hellen Grün-, Blau- und Gelbtönen liegen Sie richtig. Mit dunklen und kräftigen Tönen sollten Sie sich lieber zurückhalten und sie vor allem für Accessoires und Dekoration verwenden.
Bei größeren und gut beleuchteten Räumen haben Sie deutlich mehr Möglichkeiten, und wenn sie Ihnen gefallen, können Sie ruhig auch dunkle Töne verwenden. Aber auch hier ist Vorsicht geboten, denn selbst ein großer Raum kann damit beengt wirken. Wählen Sie eine dominante Farbe und ergänzen Sie sie mit einem neutralen Ton oder einer zweiten kräftigen Farbe, die Sie nur auf kleineren Flächen einsetzen.
Weiß, wer mag es nicht
Und wohin passt Weiß? Weiß können Sie überall einsetzen. Es kommt aber auch darauf an, in welches Licht oder welchen Schatten Sie es setzen. Bei Tageslicht wirkt es sehr kühl, achten Sie also darauf, dass es nicht zu frostig wirkt. Bei Weiß müssen Sie sich keine Sorgen machen, wenn Sie nicht in jedem Raum denselben Weißton haben. Nutzen Sie das Beste aus kühlen und warmen Weißtönen. Ähnlich funktioniert auch Grau. Es kann kühl und metallisch oder warm und weich wirken. Deshalb ist die Kombination aus Weiß und Grau absolut einzigartig. Im Innenraum wirkt dieses Duo elegant und förmlich, zugleich aber leicht und luftig.

Testen Sie zuerst Farbmuster
Konzentrieren Sie sich noch vor der Farbwahl auf die Auswahl von Möbeln, Accessoires und Textilien. Es ist nämlich einfacher, einen Farbton zu finden, der zu den gekauften Möbeln passt, als umgekehrt. Wenn Sie Ihre Wahl getroffen haben, besorgen Sie sich im Farbengeschäft Farbmuster und testen Sie sie direkt an der Wand. Dafür reichen Rechtecke oder Quadrate von einem halben Meter. So sehen Sie, wie die Farbe tatsächlich auf Sie wirkt, wie sie sich im Laufe des Tages durch das Licht verändert und ob sie Ihnen im Raum gefällt. Erst wenn Sie sich mit Ihrer Wahl wirklich sicher sind, streichen Sie den Rest des Raumes.
Ein paar Tipps zum Schluss
- Denken Sie über eine Akzentwand nach: Langweilt Sie Ihr Wohnzimmer? Streichen Sie eine Wand in einer anderen, kräftigen Farbe. Sie sollte aber nicht aggressiv wirken.
- Trauen Sie sich an den Boden
- Wände strukturieren: Sie können eine der Wände mit einem zerknüllten Lappen oder in Tupftechnik streichen.
Lesen Sie auch unsere weiteren Artikel, zum Beispiel 7 Tipps für das Schlafzimmer oder wie Sie zu Hause mit dem Training beginnen.

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